Es gibt einen Satz, den ich in meiner Praxis fast jede Woche höre. Er kommt in verschiedenen Versionen, aber er meint immer dasselbe: „Ich bin nicht mehr bei mir.“
Drei Menschen, drei Geschichten. Namen und Details hab ich verändert – die Sätze aber sind so gefallen. Vielleicht erkennst du dich in einem davon wieder.
„Ich mach eh schon alles für meinen Mann.“
Nennen wir sie Andrea. Sie sitzt mir gegenüber und erzählt von ihrem Alltag. Von der Familie, vom Job, vom Haushalt. Und irgendwann sagt sie ganz nebenbei: „Ich mach eh schon alles für meinen Mann. Was ich selber gern hätte, lass ich halt weg. Hauptsache, es passt.“
Sie sagt das nicht traurig. Sie sagt es, als wär es das Normalste der Welt. Und genau das ist der Punkt: Für sie ist es normal. Sie hat es nie anders gelernt.
Wenn wir bei so einem Satz genauer hinschauen, zeigt sich oft: Die Mutter hat es genauso gemacht. Und deren Mutter auch. Viele leben ein Muster, das viel älter ist als sie selbst.
„Ich hab so viel gelernt. Aber wer bin ich eigentlich?“
Martin hat studiert. Mehrmals. Dazu Ausbildungen, Weiterbildungen, Zertifikate. Er weiß unglaublich viel – über den Körper, über die Psyche, über Menschen.
Und dann sitzt er bei mir und sagt: „Ich hab alles Mögliche gemacht. Nur – wer bin ich wirklich?“
Manchmal sammeln wir Wissen, weil wir hoffen, irgendwo darin uns selbst zu finden. Aber du findest dich nicht in einem weiteren Abschluss. Du findest dich, wenn du aufhörst, dich zu suchen, und anfängst, dich zu spüren.
„Ich spür mich nicht mehr.“
Der dritte Satz ist der leiseste. Und vielleicht der ehrlichste. „Ich funktioniere. Ich steh auf, ich mach meine Arbeit, ich bin für alle da. Aber ich spür mich nicht mehr.“
Viele, die so etwas sagen, haben von außen ein gutes Leben. Niemand würde vermuten, dass innen etwas fehlt. Am wenigsten sie selbst – bis es irgendwann nicht mehr zu überhören ist.
Was diese drei Geschichten verbindet
Alle drei leben im Modus für die anderen. Und alle drei wissen eigentlich längst, dass etwas nicht stimmt. Der Verstand hat es verstanden. Und trotzdem ändert sich nichts.
Das liegt nicht an mangelndem Willen. Diese Muster sitzen tiefer als der Verstand. Oft sind sie gar nicht unsere eigenen – wir haben sie aus unserer Familie, unserer Geschichte, unserem Umfeld übernommen.
Genau dort setze ich an: Mit systemischer Arbeit schauen wir, woher ein Muster kommt und was gar nicht zu dir gehört. Mit Hypnose arbeiten wir dort, wo der Verstand allein nicht hinkommt. Und dann wird es oft überraschend leicht.
Drei Fragen für dich
Nimm dir fünf Minuten. Schreib die Antworten auf, ohne lang nachzudenken:
- Wozu hab ich heute Ja gesagt, obwohl ich eigentlich Nein gemeint hab?
- Was würde ich tun, wenn niemand enttäuscht wäre?
- Wessen Stimme hör ich, wenn ich mich nicht trau – meine oder eine ganz andere?
Wenn dich eine dieser Fragen berührt, dann ist das kein Zufall. Dann ist da etwas, das gesehen werden will.
Dein nächster Schritt
Wenn du dich in einer dieser Geschichten wiedererkannt hast, lass uns reden. 20 Minuten, kostenlos, per Zoom. Ich hör dir zu und sag dir ehrlich, ob und wie ich dich begleiten kann.
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Herzlich, Gernot